Windows vor dem Klonen

Windows-System klonen

Die Tage bin ich auf dieser Seite über eine Methode gestolpert, einen Klon von einem Windows-PC zu erzeugen, die ich so noch nicht kannte und die ich hier kurz festhalten möchte. Vorteil der Methode ist, dass sie recht schnell geht und ausschließlich kostenlose Open Source-Programme verwendet werden. Ebenfalls vorteilhaft ist, dass beide verwendeten Programme auf der SystemRescueCD vorhanden sind.

Für die Anleitung habe ich ein Windows XP in einer VM mit VMware Player aufgesetzt, das letzte Service-Pack sowie mit ninite ein paar Tools installiert. Die Anleitung dürfte aber auch mit anderen Windows-Versionen funktionieren.

Windows vor dem Klonen

Wir schließen die beiden Festplatten, Ziel- und Quellfestplatte in den gleichen Rechner ein. Ein IDE-USB-Adapter ist auch eine praktische Alternative, wenn man das öfters macht. Dann booten wir von der SystemRescueCD.

Boot-Menü der SystemRescueCD

Hier sollte der erste Eintrag in den meisten Fällen der richtige sein. Nach einigen Boot-Meldungen werden wir gefragt welches Tastaturlayout wir nutzen möchten.

Wir geben 10 ein um das deutsche Tastaturlayout zu bekommen und drücken Enter. Kurz danach ist der Bootvorgang abgeschlossen und wir bekommen eine Shell mit ein paar Infos, die uns aber jetzt nicht weiter interessieren.

Als erstes schauen wir uns mal unsere beiden Festplatten an. Wir geben ein:

fdisk -l

Die beiden Festplatten sind in diesem Fall sda und sdb, sda enthält eine Windows-Partition (sda1), sdb ist leer. Das wollen wir ändern. Mit dem Befehl

sfdisk -d /dev/sda | sfdisk --force /dev/sdb

schreiben wir die Partitionstabelle von sda nach sdb.

sfdisk --re-read /dev/sdb

liest die neue Partitionstabelle von sdb ein, so dass wir sie gleich verwenden können.

Mit fdisk -l können wir jetzt noch einmal die Partitionstabellen der beiden Festplatten vergleichen.

Sie sind identisch. Als nächstes übertragen wir die Daten auf die neue Festplatte. In dem Artikel wird hier dd für identische Festplatten und ntfsclone für Festplatten mit unterschiedlichen Größen empfohlen. Ich sehe allerdings keinen Grund ntfsclone nicht auch für gleiche Platten zu verwenden, da dd auch leere Blöcke kopiert dürfte gerade bei frischen Installationen ntfsclone deutlich schneller sein. Außerdem ist der Aufruf in dem Artikel komplett falsch, korrekt ist:

ntfsclone --overwrite /dev/sdb1 /dev/sda1

Das kopiert das komplette NTFS-Dateisystem von sda1 nach sda2 (die Reihenfolge ist so korrekt).

ntfsclone

Auf den physischen Rechnern auf denen ich die Methode dauert das Kopieren einer 80GB IDE-Platte mit 15GB belegtem Platz ziemlich genau 10 Minuten, in der VM etwa 2 Minuten.

Jetzt die Festplatte wieder am Zielrechner anschließen und einmal kurz in die Rettungs-Konsole der Windows-CD booten.

fixmbr in der Rettungskonsole von Windows

Hier bei der Installation anmelden, einmal fixmbr ausführen, die Konsole mit exit verlassen und dann kann man in das geklonte Windows booten.

Fertig ist der Klon. Nicht vergessen den Rechnernamen anzupassen.

Veröffentlicht von

Gerald

Diplom-Informatiker (DH) in Darmstadt. Ich blogge über Entwicklung, Internet, mobile Geräte und Virtualisierung. Meine Beiträge gibt es auch bei Google+ und Facebook.

4 Gedanken zu „Windows-System klonen“

  1. Würde ntfsclone auch funktionieren wenn die Platten unterschiedlich groß sind? Wenn aus ner 500 GB Platte plötzlich nur 250 werden ist auch nicht so dolle.

    1. Man kann die Partitionen nach dem Klonen mit ntfsresize an die neue Größe anpassen. Das funktioniert auch auf eine kleinere Platte (natürlich nur solange die belegten Daten nicht die Kapazität der neuen Platte überschreiten).

    1. ntfsclone hat einen Parameter –rescue, der genau dafür gedacht ist. Zitat aus der Doku:

      –rescue
      Ignore disk read errors so disks having bad sectors, e.g. dying disks, can be rescued the most efficiently way, with minimal stress on them. Ntfsclone works at the lowest, sector level in this mode too thus more data can be rescued. The contents of the unreadable sectors are filled by character ‚?‘ and the beginning of such sectors are marked by „BadSectoR\0“.

      Getestet habe ich diesen Parameter aber bisher noch nicht.

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