Dateifreigaben unter Android einrichten

Um nicht immer das Handy an den Laptop anschließen zu müssen habe ich mir heute mal ein paar SMB-Implementierungen für Android angeschaut. SMB ist das Protokoll das bei der Windows Dateifreigabe verwendet wird. Gleich vorneweg, wenn das Handy nicht gerootet ist macht es kaum sinn darauf einen SMB-Server einzurichten.

logo-Samba-Server

Als erstes habe ich Samba Server (App gibt es nicht mehr im App Store) eine zweite Chance gegeben. Ich hatte mir das Programm schon einmal angeschaut und es nach sehr kurzer Zeit wieder runter geschmissen. Zum Einen ist es umständlich zu bedienen, zum Anderen gibt sich der Entwickler keinerlei Mühe den Benutzer bei der Konfiguration oder Nutzung zu unterstützen. Beispielsweise bekommt man beim Start auf einem gerooteten Handy direkt die Meldung dass man durch das Rooten die Möglichkeit hat die Standardports des Protokolls zu nutzen. Das ist eine feine Sache, dadurch funktioniert der Zugriff genauso einfach wie auf einen normalen Computer. Leider bekommt man dann beim Einrichten keinerlei Hinweis darauf was denn jetzt die Standardports sind, die muss man sich selbst raussuchen. Bei mir funktionierte das Eintragen der Ports dann auch nicht, ich bekam nur eine Meldung dass ein Port bereits in Verwendung sei (welche der vier Ports wurde nicht gesagt) bis ich alle Ports wieder auf den Vorgaben hatte. Danach war auch trotzdem kein Zugriff von meinem Windows 8-Laptop aus möglich. In der Beschreibung findet man dann auch einen Hinweis dass es beim Zugriff von Windows 7 (und wahrscheinlich auch dem Nachfolger) Probleme gibt. Es werde daran gearbeitet und den Workaround soll man sich selbst im Internet suchen. Kein Ding, Windows 7 ist ja auch erst seit fast vier Jahren auf dem Markt, da muss man es ja nicht unbedingt unterstützen.

logo-Samba-Filesharing-for-AndroidAls nächstes probierte ich Samba Filesharing for Android (Gibt es nicht mehr im App Store) getestet, was gleich ein ganz anderes Kaliber ist. Übersichtlich, einfach zu konfigurieren, die Oberfläche orientiert sich an den Richtlinien für Google und man fühlt sich sofort zuhause. Leider war auch hier der Test nur sehr kurz da es nur bis Android 4.0 funktioniert, an der Unterstützung für Android 4.1 und höher wird gearbeitet. Schade, das wäre ein super Kandidat gewesen.

logo-SambaDroid

Zu guter Letzt kam SambaDroid an die Reihe, anscheinend ein recht neues Programm mit sehr wenigen Bewertungen. Davon sollte man sich allerdings nicht abschrecken lassen, das Programm geht hier klar als Testsieger heraus.

Die Oberfläche ist genauso intuitiv wie vom Samba Filesharing, man muss eigentlich gar nichts einstellen, es funktioniert einfach. Lediglich wenn man erweiterte Funktionen nutzen möchte (mehr als ein Benutzer, eine Freigabe, WiFi Whitelisting) dann muss man die erweiterte Version kaufen.

Fazit: Mit wenig Aufwand lässt sich auf dem (gerooteten) Android-Gerät ein Server einrichten der es ermöglicht, auf den Speicher des Geräts und die SD-Karte einfach über das WLAN durch eine Windows-Dateifreigabe zuzugreifen. Über das WiFi-Whitelisting (was die anderen Programme ebenfalls beherrschen) lässt sich konfigurieren dass der Server für die Freigabe nur im heimischen WLAN aktiv ist.

Alle Tests habe ich mit CyanogenMod 10.1 (Android 4.2.2) auf einem Motorola Atrix und einem Windows 8-Laptop gemacht.

Veröffentlicht von

Gerald

Diplom-Informatiker (DH) in Darmstadt. Ich blogge über Entwicklung, Internet, mobile Geräte und Virtualisierung. Meine Beiträge gibt es auch bei Google+ und Facebook.

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