ESXi 5.1 auf einem HP Proliant MicroServer N54L

P1150852Ich habe endlich meinen mittlerweile in die Jahre gekommenen alten Fileserver durch einen modernen Server ersetzt auf dem alles in einer ESXi-Umgebung laufen soll. Meine Wahl fiel auf den HP Proliant MicroServer N54L, den ich schon einmal in der Hand hatte und von dem ich recht begeistert war. Hier soll der Fileserver als VM laufen und ich habe die Möglichkeit je nach Bedarf weitere VMs anzulegen und wieder zu löschen, ein kleines Homelab sozusagen.

Die vier Festplatteneinschübe sollen ausschließlich Festplatten für Daten enthalten, also habe ich für das System und als Datastore für VMs eine zusätzliche 1,5 TB-Festplatte in den Schacht für das optische Laufwerk eingebaut. Zusätzlich zu dem eSATA-Anschluss auf der Rückseite befindet sich noch ein freier SATA-Anschluss auf dem Mainboard, so dass man dafür nur ein Kabel verlegen muss. Hier empfiehlt sich ein SATA-Kabel mit abgewinkeltem Stecker, wie man auf dem Foto sieht ist nicht wirklich viel Platz da. Ein Stromanschluss mit Molex-Stecker liegt schon bereit, dafür wird nur ein Adapter für den SATA-Stromanschluss benötigt (sowie ein Einbaurahmen auf 5,25″).

Als nächstes sollte man die Hürde angehen die HP in den Server eingebaut hat: Der SATA-Anschluss lässt sich von Haus aus nur im IDE-Modus betreiben. Zum Glück haben findige Bastler hier bereits das vorhandene BIOS modifiziert und bieten diese als BIOS-Mod zum Download an. Ich habe das BIOS aus diesem Forum heruntergeladen, die Installation ist denkbar einfach. Die ZIP-Datei enthält eine Datei „RunMe.exe“, die einen bootbaren USB-Stick erzeugt. Bootet man davon wird (ohne weitere Vorwarnung oder Rückfrage!) das BIOS aktualisiert. Bootet man danach neu taucht im BIOS die Option auf den SATA-Port von IDE auf AHCI umzustellen.

Die Installation des ESXi war ebenso problemlos. Es gibt ein vorbereitetes ISO-Image vom ESXi 5.1 auf der Website von HP, auf dem Treiber für den Server bereits enthalten sind. Wie bereits im vorigen Artikel beschrieben habe ich mit Unetbootin einen bootbaren USB-Stick erstellt, davon gebootet und ESXi installiert.

Hat man im Server wenig RAM (in meinem Fall vorerst 2GB) muss man noch einen Kniff anwenden um die Prüfung des ESXi Installers vom vorhandenen Arbeitsspeicher zu umgehen. 2GB werden als Minimum angesehen, wenn ein Teil davon noch der Grafikkarte zugeteilt ist (und das kann man nicht komplett abschalten) ist der Installer der Meinung dass das nicht ausreicht. Mit grundlegenden Linux/Unix-Kenntnissen ist das recht einfach zu machen:

Während der Installer läuft die Tastenkombination Alt-1 drücken, dann als Benutzer „root“ mit leerem Passwort einloggen.

# in das Verzeichnis mit den Installationsscripten wechseln
cd /usr/lib/vmware/weasel/utils
# die kompilierte Version des Scriptes löschen
rm precheck.pyc
# das Script umbenennen (es ist schreibgeschützt und lässt sich nicht bearbeiten)
mv precheck.py precheck.py.old
# das Script zum alten Dateinamen zurück kopieren
cp precheck.py.old precheck.py
# das Script im Editor vi öffnen
vi precheck.py

Hier muss man die Zeile mit der Überprüfung finden, sie enthält diese Abfrage: ((1024 * 2 ) - 32) (Suchen in vi: /). Ich habe einfach das „* 2“ entfernt (löschen eines einzelnen Zeichens in vi: x), so dass es hinterher so aussieht: ((1024) - 32). Die Datei speichern und den Editor beenden. (:w!, :q, der Doppelpunkt befindet sich beim amerikanischen Tastaturlayout auf dem großen Ö).

# die Prozess-ID des Installers herausfinden
ps -c |grep weasel
# Prozess killen (für  die Prozess-ID des weasel python scripts angeben)
kill 

Der Installer wird daraufhin neu gestartet und präsentiert wieder die Begrüßungsmeldung. Der ESXi kann jetzt normal installiert werden.

Zusatz zu den von mir verwendeten WD Green Festplatten: In einem anderen Blogbeitrag habe ich noch den Hinweis gefunden dass man die Festplatten noch umkonfigurieren sollte damit sie nicht alle paar Sekunden versuchen in den Stromsparmodus zu gehen. Dazu gibt es das Tool wdidle3.exe auf der Website von Western Digital. Das Tool kann man gleich auf den USB-Stick packen den man für das BIOS-Update verwendet hat. Der Befehl wdidle3 /R listet die aktuellen Timings auf, mit wdidle /S300 stellt man es auf 5 Minuten (Standardwert ist wohl 5 Sekunden). Ich habe das noch nicht ausprobiert, werde es aber auf jeden Fall noch machen.

Veröffentlicht von

Gerald

Diplom-Informatiker (DH) in Darmstadt. Ich blogge über Entwicklung, Internet, mobile Geräte und Virtualisierung. Meine Beiträge gibt es auch bei Google+ und Facebook.

30 Gedanken zu „ESXi 5.1 auf einem HP Proliant MicroServer N54L“

    1. Die Maximalgröße von .vmdk-Dateien wurde mit ESXi 5.5 auf 62TB angehoben, von daher sollte das kein Problem mehr sein.

      Ich bin noch auf 5.1, ich „umgehe“ das Limit indem ich die Storage-Spaces von Windows nutze um mehrere „Festplatten“ zusammenzuschließen.

  1. Hi,

    finde den Beitrag super.
    Kleine Ergänzung ab ESXi 5.5 heißen die Daten nicht mehr precheck.py precheck.pyc sondern upgrade_precheck.py und upgrade_precheck.pyc und befinden sich in dem Ordner /usr/lib/vmware/weasel/util/.

    Gruß

    Chris

  2. Hi,
    danke für den guten Beitrag.

    In Ergänzung dessen, was Chris am 15.10. geschrieben hat, möchte ich anmerken, dass der aktuelle HP_ESXi-5.1-Download ebenfalls die anderen Pfade hat.

    Bist Du mit den WD Green Festplatten im N54L zufrieden? Die Platten werden für den Anwendungsfall ja durchaus kontrovers diskutiert. Würde sie mir aber auch bald zulegen wollen…

    Viele Grüße
    Henry

    1. Generell bin ich mit den Platten sehr zufrieden, aber die Konstellation die ich gerade in Betrieb habe (Einzelne Platten als VMFS Datastore, darauf einzelne VMDKs die von Windows mit Storage Space zusammengeführt werden) gefällt mir gar nicht. Lokale Performance-Tests hatten super Ergebnisse gezeigt, aber beim Netzwerkzugriff darauf ist 10MB/s meistens das Maximum was ich bekomme. Das muss ich mal umstellen wenn ich genügend Platz zur Hand habe um die Daten auszulagern.

  3. Super, vielen Dank. Der Trick mit dem RAM-Test hat uns gerettet. Es wurde moniert, dass wir 3,8 statt 3,9 GB zur Verfügung hätten. Mit nur 2 GB RAM hat es bei ESXi 5.5 nicht mal dafür gereicht, den Installier zu starten.
    Wir sind dann (ESXi 5.5) aber noch über die Problematik mit der Datei LSI_MR3.V00 gestolpert, die das Laden des Installers unterbrach. Diese hat wohl etwas mit einer RAID-Konfiguration zu tun, die wir aber wahrscheinlich nicht brauchen. Wir haben auf dem USB-Stick dann einfach die Datei LSI_MR3.V00 mit einer Kopie der Datei LSI_MSGP.V00 ersetzt und alles lief durch. Die Anpassung der boot.cfg, wie es bei dem Problem in einigen Foren beschrieben wurde ist überflüssig bzw. falsch.

    Gruß
    Heiko

  4. Hallo Gerald,
    Super gutes Review. Ich habe da eine ganz praktische Frage an dich. Welche Kabel hast du genau verwendet, um die Festplatte im DVD Slot anzuschließen? Einen Sata Stecker mit Winkelanschluss mit der Länge 60cm habe ich schon. Leider ist mein Wissen bezüglich des Stromanschlusses zu begrenzt. Will da oben eine Crucial m500 als Systemplatte reinlegen…

    Vielen Dank und viele Grüße
    David

  5. Hallo Gerald,

    ich habe mir auch einen HP Microserver N54L gekauft. ESXi 5.1. habe ich auf einem USB-Stick installiert. Nun möchte ich als Datenspeicher 2 Festplatten im RAID1-Verbund nutzen (später um einen zweiten RAID1-Verbund erweitern). Ich habe die Platten im Raid-BIOS als RAID eingerichtet, dieses wird z.B. bei der Installation von Windows 2008 R2 (ohne ESXi) erkannt. Leider wird es von ESXi nicht erkannt. Geht das nicht, brauche ich einen speziellen RAID-Controller? Über eine Antwort hierzu freue ich mich, da ich momentan nicht weiterkomme mit dem Server.

    Viele Grüße
    Markus

    1. RAID ist unter ESXi mit dem N54L nicht möglich. Dazu muss ein extra RAID-Controller gekauft werden. Ein günstiger Controller der von ESXi offiziell unterstützt wird ist z.B. der LSI MegaRAID 9260-4i für 4 SATA Platten. Ansonsten geht nur Software-Raid, wie ich es auch nutze.

  6. Hallo Gerald,

    vielen Dank für den Artikel. Er hat mir bei der Einrichtung sehr geholfen. (Aktuell: ESXi mit WHS 2011 und W7Pro als VMs)

    Nun habe ich ein Problem: Für die WHS Serversicherung wollte ich Festplatten nutzen, die ich in einem Wechselrahmen (Erstaz für das DVD-Laufwerk) bereitstellen möchte. Leider erkennt werder ESXi noch im Anschluss der WHS die eingelegte Festplatte. Lässt sich das überhaupt so regeln oder muss ich mir was anderes für die Replikation der WHS-Serversicherungen einfallen lassen?

    Danke und Gruß,
    Udo.

    1. Hallo Udo,

      wie im Artikel beschrieben und verlinkt muss ein inoffizielles BIOS aufgespielt werden damit an dem zusätzlichen SATA-Port etwas anderes als ein DVD-Laufwerk funktioniert.

      Gruß
      Gerald

      1. Hallo Gerald,

        danke und sorry – das hatte ich überlesen.

        Ich glaube, für das BIOS bin ich nicht mutig genug. Werde wohl auf externe Festplatten ausweichen müssen.

        Schönen Gruß,
        Udo.

    2. Mit einem Raid holt man sich noch mehr ärger, aber hat andererseits auch vorteile.

      Habe einen N40L mit einem 9650SE-4LPML von 3Ware eingebaut. Treiber konnte für den ESXi 5.1 eingebunden werden (5.5 soll er bereits dabei sein, nur schade dass das CLI als WebConf nicht läuft / gibt 🙁 und die BBU läuft auf 40° – aber da muss sie halt durch ;)).

      Habe die eigentlichen 4 internen Wechselrahmen auf den Raid gesetzt, nutze dabei zwei Platten als Raid 1 und zwei weitere als Backup zum herausnehmen (vorher immer im Raid Bios das Laufwerk entfernen, da Hot Plug nicht gibt – bzw. aus dem 3DM2 CLI aus der VM heraus).

      Worauf ich eigentlich hinaus will: man kann das DVD-Laufwerk drin lassen, habe ich auch. Ein zweites gekauftes Kabel SFF 8087 host) zu 4xSATA (target) am Mainboard (Identisch dem verbauten ab Werk) versorgt 2 x 1 TB 2,5 WD Red Platten sowie eine SSD. Sieht zwar etwas unprofessionell aus, aber habe die Platten übereinander über dem Lüfter hinter dem DVD am laufen – Hitzeentwicklung habe ich bis jetzt keine Probleme gehabt (seit 2 Jahren), und noch Platz für eine 2.5…

      Hat den Vorteil, dass die SSD für alle VM’s als Beschleuniger vom ESXi genommen wird, die 2,5 Platten als Datastore und das Raid direkt an die VM durchgereicht werden kann, wenn man will.

      Speicher war von Anfang an 2 x 8 GB, daher keine Probleme beim Install, der ESXi läuft übrigens auf dem inneren USB-Anschluss.

      Einzig die CPU ist lahm, spart aber mit 55 / 60 Watt im durchschnitt Strom.

  7. Hallo Gerald,

    kennst du eine Möglichkeit, dem N54L doch noch USB-Passthrough beizubringen? Ich würde jetzt gern doch eine externe Festplatte per USB anschließen und diese via WHS2011 auf ESXi einbinden.

    Danke und Gruß,
    Udo.

  8. Hi,

    habe auf meinem n54l esxi 5.5 installiert. läuft auch stabil.
    Leider ist die Netzwerkgeschwindigkeit unterirdisch.
    Habe schon verschiedene NAS-Betriessystem ausprobiert.
    Ich komme maximal auf eine Schreibrate von 10-13MByte/s.
    Teilweise bricht die sogar auf 0 ein.
    z.Z. habe ich turnkey fileserver laufen.

    Google schon seit Tagen nach dem Problem, habe aber leider nichts finden können.

    Ach ja… der OnBoard-NIC ist als Managemant-Interface konfiguriert.
    Eine DualPort Intel/IBM gBit-Karte läuft im PCIe x4, die als VM-Netzwerk konfiguriert ist.

    Für Vorschläge wäre ich sehr dankbar

    1. Aktivieren des write-cache im Bios hat schonmal etwas gebracht.
      Die Geschwindigkeit hat sich verdoppelt.
      also ca. 25MB/s

      Was allerdings immernoch 1/3 der „nativen“ Geschwindigkeit entspricht

      1. schon mal überlegt, dass der prozessor auch zur geschwindigkeit mitverantwortlich ist.

        ich hab ein raidcontroller drinne. der rechnet selbst und ist vom proz nicht so abhängig… aber mit raid holst du dir wieder andere probleme ins haus… z.b. treiber und gerade beim esxi läuft z.b. das servicetool von meinem raidcontroller nicht…

        1. Hallo Mr/Mrs. X
          am RAID kann es nicht liegen… weil is nicht.
          An der Geschwindigkeit der HDD eigentlich auch nicht.. bei ner SSD passiert das gleiche (1:1 gleiche Geschwindigkeit).

          Dass ein „natives NAS“ schneller wäre ist mir schon klar.. das gleich System schafft >100MByte/s
          Lesend >120MByte (SW-RAID)

          ich würde halt zumindest die halbe geschwindigkeit gerne erreichen.
          Aber ich befürchte das wird ein Wunschtraum bleiben.

          btw… RAID hatte ich auch schon probiert..
          SW-RAID-10… kein Unterschied… bei nem RAID10 hat die CPU nicht so übermässig viel zu rechnen…

          Über ein HW-Raid hatte ich auch schon nachgedacht… leider ist der PCIe 16x schon mit der Netzwerkkarte belegt.
          HAbe zwar nen Adaptec Controller mit PCIe1x gefunden… auch erschwinglich… bin aber dann doch davon ab.
          Wenn mir das HW-RAID keine Vorteile in der NW-Geschwindigkeit bringt, sehe ich da keinen Grund für.

          1. nochmal: der prozessor ist zu schwach. noch nen tick langsamer wenn die kiste mit esx und vm’s läuft.

            würde man ein raid controller einbauen würden die dateioperationen den prozessor entlasten. aber halt kein softwareraid, das geht genauso über den prozessor.

    1. Sorry.. aber ein HW-RAID würde absolut nix bringen.
      Rausgeschmissenes Geld.
      Wobei soll es die CPU bitte entlasten?!
      Wie schon geschrieben… ich benutze z.Z. KEIN RAID!!
      Bei „normalem“ Zugriff auf die HDD wird die CPU nicht belastet…
      Das beim ESXi durch das Einfügen einer Zwischenschicht die CPU belastet wird, steht ausser Frage. Das sollte aber die Geschwindigkeit nicht dritteln.

      Ein weiteres Indiz, dass die CPU nicht zu langsam ist, habe ich auch schon beschrieben. Im SW-RAID5 + natives NAS-System schreibt der mit 100MByte/s

      Hat jemand anderes Erfahrungen hiermit und hat ne andere Idee??

        1. Gute Idee..
          schaun wir mal..um die 45MByte/s

          Wenn ich die über Netz erreichen würde, wäre ich froh.

          Ok… sehe ein dass die CPU einen gewichtigen Anteil an der suboptimalen Performance hat.
          Der ESXi bremst doch schon erheblich.

          Allerdings würde ein HW-RAID-Controller daran nichts ändern.
          Höher Schreib-/Lese-Raten wären schon.. aber mit dem status-quo kann ich leben.
          Wenn noch jemand ne Idee hat… gerne her damit 🙂

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