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Quo vadis, Google?

Google ändert mal wieder seine Nutzungsbedingungen. Selbstverständlich zum Wohle des Nutzers … ich bin mir dabei nicht so sicher. Dieser Artikel bei Gizmodo fasst das ganze ziemlich gut zusammen.

In Zukunft werden alle Daten die Google über den Nutzer sammeln kann berücksichtigt, um “bessere” Suchergebnisse anzubieten, und selbstverständlich auch um personalisierte Werbung zu präsentieren.

Den Trend dazu gibt es bei Google ja schon länger, und jedes Mal wenn sich was ändert wird mir unwohler dabei. Diesmal habe ich beschlossen etwas daran zu ändern.

Welche Dienste von Google nutze ich eigentlich?

Die Google-Suche

Die Google-Suche geht mir mittlerweile am meisten auf die Nerven. Mich stören die “sponsored” Suchergebnisse, die nicht abschaltbare Seitenvorschau, aber am meisten die Bevormundung durch Google. Google sucht nicht das was ich will, sondern was es der Meinung ist was ich suche. Das ist nicht immer das Gleiche, und immer häufiger habe ich das Gefühl dass mir relevante Treffer vorenthalten werden nur weil Google der Meinung ist andere seien für mich geeigneter. Alternativen? Tja, der Markt der Suchmaschinen ist übersichtlich geworden. Angesichts der Übermacht von Google macht sich keiner mehr die Mühe Alternativen überhaupt noch zu vergleichen.

Am ehesten traue ich es Microsoft zu Google die Stirn zu bieten, insofern werde ich mal eine Weile Bing nutzen und ausprobieren was es mittlerweile taugt. Am PC ist das auch leicht umgestellt, die meisten Browser bieten es direkt an, wenn nicht lässt es sich einfach als Suchanbieter hinzufügen. Auf dem Android-Handy ist es nicht ganz so einfach.

Google Mail

Von Google Mail nutze ich eigentlich nur die Kontakte, damit ich sie auf allen Geräten synchron habe. Alternative dazu? Ich habe bereits einen LDAP-Server am laufen, dort könnte ich die Kontakte theoretisch ablegen. Leider ist die Integration in Android und Mail-Clients damit nicht sonderlich komfortabel. Also werde ich das erstmal weiter nutzen.

Google Kalender

Hm. Der Google Kalender ist für mich eins der wichtigsten Produkte. Im Handy, im Outlook oder einfach nur im Browser, überall habe ich die gleichen Kalender und sie sind immer synchronisiert. Alternativen? Ich kann mir ein OpenExchange aufsetzen. Über Kurz oder Lang werde ich da wahrscheinlich eh drüber nachdenken, das wäre dann auch gleich ein Ersatz für die Kontakte.

Google+

Google+ brauche ich gar nicht zu ersetzen … da es ohne vernünftige API unbrauchbar ist nutze ich es sowieso quasi gar nicht. Und brauche es auch nicht.

YouTube

YouTube ist beinahe noch am einfachsten zu ersetzen. Ich nutze es zum stöbern nur noch ohne Anmeldung, wenn ich mir ein Video merken möchte muss ich halt ein Lesezeichen bei delicious setzen. Zum hochladen eigener Videos werde ich erstmal Vimeo nutzen, das mir ohnehin besser gefällt. Nachteile: Es ist beschränkt wie viel man hochladen kann, aber am meisten fehlt mir dort die Möglichkeit Videos ohne Auflistung abzulegen.

Feedly/Google Reader

Feedly ist eine geniale Oberfläche für den Google Reader die sich besonders mit Tastaturkürzeln sehr komfortabel bedienen lässt. Der größte Vorteil es Google Reader (und damit auch Feedly) ist, dass ich die Beiträge überall als gelesen markieren kann, egal ob ich sie im Büro, zuhause oder unterwegs auf dem Handy gelesen habe.

Klar, dafür gibt es alternativen, sogar welche die ich selber aufsetzen kann und dann volle Kontrolle über das habe was ich lese. Aber Feedly werde ich sicher vermissen.

Android-Handy

Der große Knackpunkt. Ja, man kann Android-Handys auch ohne Google-Account nutzen. Allerdings gehen dabei so viele Vorteile verloren dass man das eigentlich nicht will, also bleibt das erstmal so wie es ist. Wer weiß, vielleicht wird mein nächstes Handy mal wieder ein Windows Phone … back to the roots.

Fazit

Kann man auf Google verzichten? Sicher nicht. Es gibt eine Menge Initiativen bei Google die ich gespannt verfolge, nicht nur was das Internet angeht, auch die Forschung in “Offline”-Bereichen die Google voran treibt ist hoch interessant.

Mit ihren neuen Nutzungsbedingungen geht Google allerdings zu weit. Ich persönlich werde mich Stück für Stück von Google entfernen. Wer weiß, vielleicht bekomme ich irgendwann sogar wieder brauchbare Suchergebnisse wenn Google nicht mehr so viel über mich weiß.

Veröffentlicht von

Gerald

Diplom-Informatiker (DH) in Darmstadt. Ich blogge über Entwicklung, Internet, mobile Geräte und Virtualisierung. Meine Beiträge gibt es auch bei Google+ und Facebook.

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